
Mit Erzherzog Eugen von Österreich betritt eine Gestalt die Bühne der Geschichte, in der sich dynastische Tradition, militärische Pflicht und geistlicher Wandel auf besondere Weise bündeln. Dass sich diesem Spannungsfeld inzwischen bereits zwei Essays von Walter Berchtold widmen, ist daher folgerichtig. Sie nähern sich derselben Persönlichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln und eröffnen gemeinsam einen vertieften Zugang zu einem Mann, der zugleich Feldmarschall der k.u.k. Armee und letzter weltlicher Hochmeister des Deutschen Ordens war.
Berchtolds Texte sind dabei nicht als Wiederholung zu lesen, sondern als Dialog zweier Betrachtungen: Der eine Essay verortet Erzherzog Eugen im Gefüge der untergehenden Monarchie, der andere beleuchtet seine ordensgeschichtliche Bedeutung als Brückenfigur zwischen ritterlicher Vergangenheit und geistlicher Neuorientierung. In ihrer Zusammenschau entfalten die Essays ein vielschichtiges Bild eines Habsburgers, der den Umbruch nicht bekämpfte, sondern ihn ordnend begleitete – und damit über seine Zeit hinausweist.
Erzherzog Eugen Ferdinand Pius Bernhard Felix Maria von Österreich (* 21. Mai 1863 in Groß Seelowitz, Mähren; † 30. Dezember 1954 in Meran, Südtirol) war Feldmarschall der k.u.k. Armee und der letzte weltliche Hochmeister des Deutschen Ordens (1894–1923), zugleich der bislang letzte aus dem Haus Habsburg. Erzherzog Eugen folgte nach dem Tod seines Onkels Erzherzog Wilhelm 1894 diesem als letzter weltlicher Hochmeister des Deutschen Ordens nach. Unter seiner Führung wurde dieser zu einem rein geistlichen Orden umgewandelt. Als Oberhaupt des Deutschen Ordens war er auch seit 1894 Inhaber des berühmten Infanterieregiments „Hoch- und Deutschmeister“ Nr. 4.
Quelle: Wikipedia