Hoch- und Deutschmeister besuchen die Leitstelle der Wiener Linien

Die Milizsoldaten der Hoch- und Deutschmeister  verbrachten einen informativen Tag bei den Wiener Linien
Die Milizsoldaten der Hoch- und Deutschmeister verbrachten einen informativen Tag bei den Wiener Linien

 Im Rahmen der freiwilligen Weiterbildung hat sich im Jägerbataillon Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“ die Tradition eingebürgert, den Nachmittag nach dem Milizschießens für den Besuch einer Wiener Behörde zu nutzen. Nach der Wiener Berufsfeuerwehr, der Wiener Rettung und der Landespolizeidirektion Wien stand dieses Jahr ein Besuch in der Leitstelle der Wiener Linien am Programm. Aus diesem Grund fanden sich am Samstag, dem 17. Mai 2014, 11 Offiziere und Unteroffiziere des Jägerbataillons Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“ in Wien Erdberg ein, um den Nachmittag im Nervenzentrum des Wiener Personennahverkehrs zu verbringen.

 

Feuer frei!

 

Erster Programmpunkt des Tages war das jährlich stattfindende Milizschießen am Schießplatz  Stammersdorf. Inmitten der friedlichen Weinberge am Rande Wiens fanden sich Angehörige des Militärkommandos Wien und der Wiener Milizverbände trotz widrigsten Wetters ein, um ihre Schießfertigkeiten aufrecht zu erhalten und sich im kameradschaftlichen Wettbewerb mit den anderen Teilnehmern zu messen. Geschossen wurde mit Sturmgewehr  und Pistole, wobei nicht nur die Schützen, sondern auch das Sicherheitspersonal am Stand zum Großteil aus Milizsoldaten bestand. Diese unterstützten die Berufssoldaten auf freiwilliger Basis und gewährleisteten mit ihrem Einsatz die Durchführung des Schießens.

 

90 Sekunden sind das Limit

 

Der Nachmittag war einem Besuch der U-Bahn Leitstelle der Wiener Linien gewidmet.  Auf 600m² steuern und überwachen die Mitarbeiter dort die 5 Wiener U-Bahn Linien, wobei jeweils zwei Stellwerksleiter die reibungslose Funktion „ihrer“ U-Bahn Linie sicherstellen. Den Überblick, für Besucher ein schwer nachvollziehbarer Begriff, behalten sie über eine 6m lange und zwei Stockwerke hohe Anzeigetafel, auf welcher sämtliche Untergrundaktivitäten visualisiert werden. Kennt man die Eckdaten, ist schnell klar, dass hier höchste Aufmerksamkeit gefordert ist. Das Wiener U-Bahn Netz besteht aus 104 Stationen, zum Transport der ersten Fahrgäste am Morgen sind 120 U-Bahnen gleichzeitig unterwegs, was ein durchschnittliches Fahrintervall von 2 ½ Minuten notwendig macht. „Bei der EM 2010 hatten wir ein Fahrintervall von 90 Sekunden. Das war das Limit“ erklärte uns ein Mitarbeiter der Wiener Linien.

 

Nach Betriebsschluss wird es hektisch

 

Haben die Fahrgäste die letzten Züge verlassen, wird es hektisch im Untergrund. Jetzt haben die Mitarbeiter der Wiener Linien knapp 5 Stunden Zeit, um Reinigungsarbeiten, Wartungsarbeiten und Reparaturen durchzuführen. Auch für die Mitarbeiter der Leitstelle beginnt eine fordernde Zeit. Im Regelbetrieb werden die Züge durch die Linienzugsbeeinflussung (LZB) gesteuert, die Fahrer erhalten die Signale für Fahren, Bremsen und Anhalten über die Anzeigen in der Kabine. Bei Fahrten nach Betriebsschluss erfolgt die Steuerung der Weichen und Signale händisch durch den zuständigen Mitarbeiter in der Leitstelle. Das erfordert höchste Aufmerksamkeit sowie eine eingespielte Zusammenarbeit zwischen Fahrpersonal und Stellwerksleiter.

 

Im Anschluss an die Führung durch die Leitstelle durfte sich jeder Teilnehmer einmal selbst als U-Bahn Fahrer versuchen, was ohne besondere Vorfälle gelang.

 

Den Abschluss bildete der jährliche Deutschmeister-Grillabend auf der Liberty Ranch in Ulrichskirchen, bei dem dieser ausgefüllte Tag in kameradschaftlichem Rahmen sein Ende fand.