St. Georgstage in Bad Mergentheim

Drei Rekruten und eine Marketenderin erhielten Handgeld, Urkunde und einen kräftigen Trunk, also (fast) ganz so wie damals. © Hans-Peter Kuhnhaeuser
Drei Rekruten und eine Marketenderin erhielten Handgeld, Urkunde und einen kräftigen Trunk, also (fast) ganz so wie damals. © Hans-Peter Kuhnhaeuser

save the date 21. - 23.04.2023

St. Georgstage in Bad Mergentheim 

Ende April hieß es wieder ab nach Bad Mergentheim, der großen Kreisstadt im Taubertal. Diese Stadt an der Tauber im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs liegt etwa 35 Kilometer südwestlich von Würzburg bzw. 56 Kilometer nordöstlich von Heilbronn. Doch warum ausgerechnet Bad Mergentheim; weshalb die Deutschmeister aus Wien und wieso Programm für 72 Stunden?

 

Der heilige Georg und der Deutsche Orden

 

Insider wissen es bereits: Die St. Georgstage finden traditionell in der Kurstadt im Bundesland Baden-Württemberg statt. Der Georgstag (23.4.) ist der Gedenktag des heiligen Georg, welcher ein frühchristlicher Märtyrer aus Kappadokien war. Der Heilige gehört mit zu den vierzehn Nothelfern, wie sie (Hl. Barbara, Hl. Katharina, uvm.) ausgehend vom Raum Regensburg ab dem 14. Jahrhundert verehrt werden. Der heilige Georg ist der Schutzpatron vieler Orte und Gebiete, gilt als Helfer bei Kriegsgefahr, Fieber und Krankheit, aber auch als Beschützer der Haustiere. Sein Name steht für Tapferkeit und Nächstenliebe, Ritterlichkeit und Höflichkeit: Der heilige Georg ist wohl eines der heroischsten Vorbilder der gesamten Christenheit.

 

Zwei Jahre beherrschte die Pandemie alles – und verhinderte auch die St. Georgstage. Jetzt konnte die Historische Deutschordens-Compagnie mit ihrem Deutschmeister-Spielmannszug wieder zu ihren traditionellen St. Georgstagen einladen. Daher reiste eine Abordnung des Jägerbataillons Wien 1 und des Vereins Hoch- und Deutschmeister, sowie der Deutschmeisterbund, vertreten durch dessen aktuellen Präsidenten, Andreas Tarbuk, aus Wien an.

 

Das Wochenende um St. Georg ist kurzweilig und bietet für jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin etwas Besonders. Die Verbindung zur Stadt Bad Mergentheim bildet der ehemalige Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Das Schloss von Mergentheim war 1525-1809 Residenz der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens. Die Deutschordens- Compagnie lädt jährlich zu dieser Veranstaltung ein und organisiert unter der sehr engagierten Führung durch deren Stadthauptmann Andreas Lehr für alle Besucher und Besucherinnen ein großartiges Programm.

 

Eine lange Tradition– nicht nur eine österreichisch-deutsche, sondern eine europäische

 

Feierten die Deutschmeister 2021 bereits „325 Jahre Deutschmeister“ war es nun in Bad Mergentheim mit den Feierlichkeiten soweit. Eine ganz besondere Auszeichnung haben die Tage dieses Jahr erfahren, da auch der 66. Hochmeister S.E. Frank Bayard persönlich anwesend war und am Sonntag den Festgottesdienst geleitet hat.

 

Doch zurück an den Beginn: Pünktlich  Freitagabend fand die inoffizielle Eröffnung der St. Georgstage im Arsenal der Deutschorden-Compagnie statt. Ein Wiedersehen nach einer pandemiebedingten Pause und daher um so herzlicher. Auf große Ansprachen wurde verzichtet, jedoch einem besonderen Anlass geschuldet ein Jubilar geehrt. Hans-Georg Boehm, ehemaliger Vorsitzender der „Weiß-Blauen“, Ehren-Stadthauptmann der Historischen Deutschorden-Compagnie feierte kürzlich seinen 90iger. Grund genug den Jubilar im Kreise der Deutschmeisterfamilie hochleben zu lassen. Herr Boehm verblüfft immer wieder mit seinem enormen Wissen zu historischen Entwicklungen im Deutschen Orden dessen Historie er seit Jahrzehnten beforscht und noch weiter in Archiven ganz Europas nach literarischen Schätzen suchen wird. Leider war der Abend zu kurz um alle Erlebnisse der letzten Zeit zu besprechen, dafür war für Speis und Trank bestens gesorgt.

 

Vom historischen Scheibenschießen bis zur historischen Rekrutenwerbung

 

10:00 Uhr nach dem Frühstück am Samstagmorgen wurde das St. Georgs-Scheibenschießen im Schüpferloch gestartet. Dieser Wettbewerb wird mit historischen Vorderladergewehren absolviert und verlangt dem Teilnehmer und der Teilnehmerin einiges an Können ab. Stolz an dieser Stelle erwähnt, dass die Deutschmeister aus Wien, ganz genau der Präsident des Deutschmeisterbundes Andreas Tarbuk zweimal in Serie die Schießscheibe mit nach Wien genommen hat. Dieses Jahr war die Erfolgsserie zu Ende. Unsere italienischen Freunde aus Borgomanero hatten dieses Mal mehr Zielglück, gefolgt von zwei Deutschmeistern aus Wien.

 

12:30 ein Besuch bei unserem Deutschmeisterkameraden Horst Seitz, einem langjährigen Freund und Mäzen. Horst war überraschend im Dezember 2019 in die große Armee berufen worden. Pandemiebedingt konnten wir somit erst jetzt unseren letzten Gruß übermitteln. Unser Mitglied Andrea Stubner stimmte ein Lied an, ein paar Erinnerungen wurden am Grab erzählt und durch unseren Ehrenzeichenreferenten Karl Schell wurde der aktuelle Mitgliedercoin „Bad Mergentheim“ auf der Grabplatte abgelegt. Horst Seitz – verstorben, aber nicht vergessen!

 

13:15 Abfahrt nach Markelsheim, dem Weinort der großen Kreisstadt Bad Mergentheim und Heimat des Stadthauptmanns der Deutschorden-Compagnie Andreas Lehr. Im Zuge einer Führung durch die wunderschöne Weinortschaft konnten viele Gemeinsamkeiten zu österreichischen Weinorten festgestellt werden. Die erste Bürgermeisterin lud dann in den Ratssaal von Markelsheim ein und lies uns neben den geschichtlichen Erklärungen einen Blick auf Bilder der Hochmeister, natürlich Originale, werfen. Danach wurde noch ein Blick ins Archiv geworfen, wo auch die durchgeführten Hexenverbrennungen peinlich genau dokumentiert aufbewahrt werden. Nach dem geschichtlichen Exkurs durfte natürlich eine Weinverkostung im Weinort Markelsheim nicht fehlen. Neben interessanten Weinen wurde auch sehr ausführlich bezüglich Geschmacks und Qualitäten der Weine gesprochen. Selbstverständlich wurde eine Kostprobe unserer Deutschmeisterweine als Gruß aus Wien übergeben.

 

16:30 Historische Rekrutenwerbung vor dem Deutschordensschloss in Bad Mergentheim. Durch die Deutschorden-Compagnie wurde den anwesenden Gästen anschaulich vorgeführt, wie zu damaligen Zeiten die Rekrutenwerbung erfolgt war. Vielleicht können hier auch anleihen in der heutigen „Miliz wirbt Milz“ genommen werden. Die Deutschorden-Compagnie, angeführt vom Deutschmeister-Spielmannszug, marschierten vom Arsenal im Schlosshof auf den Deutschordenplatz, schlugen dort das „Lager“ auf und stellte nach, wie sich eine Rekrutenanwerbung um das Jahr 1760, zur Zeit des Hochmeisters Clemens August, abgespielt haben mag. Tatsächlich wurden die Werber fündig. Corona-bedingt zwar mit weniger „Körpereinsatz“ als üblich aber auch die Rekruten wehrten sich kaum. Drei Rekruten und eine Marketenderin erhielten Handgeld, Urkunde und einen kräftigen Trunk, also (fast) ganz so wie damals.

 

St. Georgsaufzug, Ansprachen und Grußworte

 

17:30 weiter geht es zum St. Georgsaufzug auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus. Im Zuge des Antretens wurden die unterschiedlichen Teilnehmer offiziell begrüßt und deren Uniformen vorgestellt. Umrahmt wurde dieser Festakt von Ansprachen durch S.E. dem Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt Frank Bayard und des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim Udo Glatthaar.

 

Hochmeister Frank Bayard („Es ist mir immer eine Freude, in Bad Mergentheim zu sein“) machte in seiner Ansprache deutlich, dass der Ordensgedanke nach wie vor „präsent ist in der Gegenwart der Stadt“. Das Schloss sei dafür nur ein Beispiel, aber „es sind nicht die Gebäude, es sind die Menschen, die den Ordensgedanken zum Ausdruck bringen“. Längst habe man den „Kampf mit dem Schwert“ aufgegeben und sich als geistiger Orden „den Menschen zugewandt. Helfen und Heilen ist in allen Ländern, in denen der Orden aktiv ist, der Mittelpunkt unseres Handelns“.

 

Oberbürgermeister Udo Glatthaar gab seiner Freude Ausdruck, dass nach zwei Jahren Pause wieder die St. Georgs-Tage stattfinden würden. „Die Stadt unterstützt die historischen Wehren in ihren Mauern“, verspricht er. Die Ordensgeschichte werde in der Stadt überall deutlich und sei vielfach spürbar und damit auch das karitative Wirken. Auch nach dem Wandel zum geistlich-karitativen Orden sei das Leben hier oftmals besser gewesen als anderswo.

 

Grußworte erfolgten auch durch den Präsidenten des Deutschmeisterbundes Andreas Tarbuk. „Die St. Georgs-Tage sind uns wichtig“, schließlich sei man gerne dabei. Sowohl der militärische Schutz des christlichen Abendlandes als auch das Helfen und Heilen seien „unsere gemeinsamen Hintergründe, sie waren und bleiben unser Auftrag“ für Menschen, die unsere Hilfe brauchen, betonte Tarbuk in der Grußbotschaft.

 

18:00 Sektempfang der Bevölkerung und der Abordnungen durch die Stadt direkt vor dem Alten Rathaus

 

Ehrung des Oberbürgermeisters und Stadthauptmanns

 

18:30 zum besonderen Highlight wurde nun in den Ratssaal im Alten Rathaus eingeladen. Dem Stadthauptmann der Deutschorden-Compagnie Andreas Lehr wurde im festlichen Rahmen das Ehrenzeichen des Deutschmeisterbundes für besondere Leistungen verliehen. Dann wurde Oberbürgermeister Udo Glatthaar auf die Bühne gebeten. In Anwesenheit von Vertretern der Stadt Bad Mergentheim, den Delegationen zum Georgstag und in Anwesenheit S.E. dem Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt Frank Bayard wurde der Ehrenring, die höchste Auszeichnung der Hoch- und Deutschmeister, durch dessen Präsidenten Robert Spevak verliehen. Dies soll nicht nur ein Dankeschön für die großartige Unterstützung, sondern auch die tiefe Verbundenheit dokumentieren. Darüber hinaus ist auch die Aufgabe des „Botschafters des Deutschmeistertums“ mit dem Ehrenring verbunden.

 

19:00 Start des Deutschmeisterabends im ehemaligen Restaurant Klotzbücher, jetzt Schniztelhaus Bad Mergentheim. Nach einem reichhaltigen Schnitzelessen wurde die Schützenscheibe an Marco aus der Partnerstadt Borgomanero übergeben. „Wir bleiben standhaft ohne Wanken und weisen den Virus in die Schranken.“ Ist auf der Scheibe unter Anderem zu lesen. Ein geselliger und durchaus stimmungsvoller Tagesausklang mit Freunden und Kameraden der großen Deutschmeisterfamilie

 

08:30 Sonntagmorgen, zum Ausrasten bleibt keine Zeit. Die Teilnehmer treffen sich im Arsenal zum gemeinsamen Frühstück. Für einige eine Chance sich nach der kurzen Nacht kurz auf das Tagesprogramm zu besinnen.

 

09:30 Abmarsch der Abordnungen in Uniform und mit Fahnen vom Schloss, durch den Schlosspark in den Kurpark zur St. Georgs-Messe.

 

St. Georgsmesse zelebriert vom Hochmeister des Deutschen Ordens

 

10:00 Wetterbedingt konnte diese Messe nicht im Freien stattfinden und wurde daher kurzfristig in die akustisch filligrane Wandelhalle verlegt. Zelebriert wurde die St. Georgs-Messe durch S.E. den Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt Frank Bayard. Musikalisch wurde diese durch die Parforcebläser der Kreisjägervereinigung Mergentheim begleitet.

 

11:30 offizielles Bild aller Teilnehmer der österreichischen Abordnung mit S.E. dem Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt Frank Bayard und dem Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim Udo Glatthaar.

 

12:00 gemeinsames Mittagessen im Arsenal und Austausch von Kontakten, sowie die gegenseitigen Einladungen zu weiterem Veranstalten rund um die Deutsch Ordens Geschichte und die Veranstaltungen der Deutschmeister.

 

15:00 da der geplante Aufzug und ein Standkonzert auf dem Marktplatz wetterbdingt abgesagt werden mussten, erfolgte alternativ ein Besuch im Deutschordensmuseum. Hier konnten mit den Vertretern des Museumsvereins Wissenswertes über die Geschichte ausgetauscht werden. Auch der Verein „Hoch- und Deutschmeister“ mit seiner Geschichte zurück bis 1830 findet sich in der Ausstellung dokumentiert.

 

17:00 eintreffen im Arsenal und Ausklang, sowie stimmungsvolle Verabschiedung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, welche bereits die Rückreise antreten, bzw. zu weiteren Terminen weiterreisen müssen.

 

20:00 Letztes gemeinsames Abendessen mit dem Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim Udo Glatthaar bevor es auch für unsere Abordnung heißt: „zurück ins Hotel und ausrasten für den nächsten Tag.“ Ein kurzweiliges Georgs-Wochenende ist zu Ende.

 

Nicht alleine, sondern – auch das ist Tradition – zusammen mit Freunden, wurde ordentlich gefeiert: Abordnungen des Deutschmeisterbundes sowie des Jägerbataillons des Bundesheers waren ebenso dabei, wie die Gruppo Storico aus der italienischen Partnerstadt Borgomanero, die Bürgergarde Ravensburg und die Bürgergarde aus Weil der Stadt, die Schützengilde Königshofen und natürlich auch das Historischen Schützencorps.

 

Haben wir das Interesse für eine Teilnahme kommendes Jahr geweckt?

Die Georgstage 2023 finden vom 21.-23.04 statt.

 

QUELLEN:

https://www.katholisch.de/artikel/63-der-heroische-heilige

https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger)

https://www.facebook.com/gruppostoricoborgomanerese/
https://www.bad-mergentheim.de/de/stadtleben/veranstaltungsorte/wandelhalle-id_1325/

https://www.buergergarde-weilderstadt.de/


Bilder von 2019

Die Historische Deutschorden-Compagnie zu Mergentheim feierte  800 Jahre Mergentheim beim Deutschen Orden. „Das Ordensjubiläum unserer Stadt ist für die Compagnie ein ganz besonderer Meilenstein und eine Wegmarke. Dieses Ereignis wollen wir gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie unseren Gästen mit einem abwechslungsreichen Programm begehen, so Stadthauptmann Andreas Lehr.

 

Starke Abordnungen vom Verein der Freunde des Deutschmeisterbataillons, dem Jägerbataillon Wien 1 "Hoch- und Deutschmeister" und Mitgliedern des Deutschmeisterbundes folgten der Einladung.

 

Bereits am Donnerstag begannen die Feierlichkeiten mit einer Auftaktveranstaltung im ehemaligen Cafe ́ Waldeck, dem heutigen Reinhold-Würth Haus. Ehrenstadthauptmann Hans-Georg Böhm referiert zum Thema „Burgen, Schlösser, Kommenden der Deutschen Ordens in Europa“. Die Veranstaltung wird durch das Salutschießen der Compagnie und die musikalische Begleitung durch den Deutschmeister-Spielmannszug umrahmt und wird als Kooperation der Deutschorden- Compagnie mit der Würth Industrie Service zum Jubiläumsjahr durchgeführt.

 

Mit dem Historischen Wachaufzug am Freitag auf dem Marktplatz wurde das Programm des St. Georgstages fortgesetzt. Vor der Kulisse des Alten Rathauses waren die anwesenden Compagnien antreten und einen historischen Aufzug mit Gewehrsalut aus der Zeit um 1760 darstellen. Neben dem Salutschießen und dem Verlesen des Wachprotokolls gehört auch die Indienststellung der Viertelmeister der Compagnie zum festen Ablauf des Wachaufzuges. In der gemütlichen Atmosphäre des Arsenals der Compagnie im Äußeren Schlosshof schließt sich dann der traditionelle Deutschmeisterabend an.

 

Am Samstag begann das Programm mit dem St. Georgs-Schießen von auf dem Schießstand der Deutschmeister-Schützengilde im Schüpferloch. Es wird mit Vorderladergewehren um die diesjährige Schützenscheibe geschossen, die von Horst Seitz gestiftet wurde. Erfreulich an dieser Stelle die Erwähnung, dass der Präsident des Deutschmeisterbundes, Obstl. Andreas TARBUK, die Schützenscheibe wieder nach Wien zurück geholt hat.

 

Um 16.00 Uhr findet dann die Historische Rekrutenwerbung auf dem Deutschordenplatz vor dem Schloss statt. Es wird hier die Anwerbung von Rekruten im 18. Jahrhundert dargestellt und die anwesenden Gäste und Bürger in das Geschehen einbezogen. Zur Anwerbung und Rekrutierung gehören eine Schießübung und Exerzieren für die neuen Rekruten, genauso wie die Übergabe der Urkunden und die Besoldung der Rekruten.

 

Zur Mittagszeit fand der Empfang durch den Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Bad Mergentheim, Herrn Udo Glatthar, für seine österreichischen Freunde im Alten Rathaus statt. Der Oberbürgermeister bot hier nicht nur eine geschichtliche Zeitreise, sondern auch Einblicke in die Amtsräume des Alten Rathauses an. Danach wurde Mittagsrast bei "Griechen" gehalten.

 

Die Grupep teilte sich nun auf, um ein idividuelles Programm zu absolvieren. Unter anderen erfolgte durch eine Abordnung der Besuch der MADONNA  in der Pfarrkirche Mariä Krönung in Stuppach. Die Stuppacher Madonna ist ein Marienbild von Matthias Grünewald, entstanden um 1516. Es befindet sich in einer im 19. Jahrhundert dafür erbauten Kapelle an der Pfarrkirche Mariä Krönung in Bad Mergentheim-Stuppach.

Am späteren Nachmittag wurde mit einem "Augenzwinkern" die Anwerbung von Rekruten im 18. Jahrhundert dargestellt und die anwesenden Gäste, Bürger und natürlich eine Teilnehmerin aus unserer Delegation in das Geschehen einbezogen.

Am Samstagabend fand der Jubiläums-Festakt im Roten Saal des Deutschordensschlosses mit anschließendem Empfang statt. Als Referentin wurde Schwester Maria-Regina Zohner gewonnen. Als langjährige Generalassistentin des Deutschen Ordens und Teil der Gemeinschaft der Deutschordens-Schwestern am Caritas Krankenhaus in Bad Mergentheim tritt sie seit Jahrzehnten beherzt für das Motto des Deutschen Ordens „Helfen und Heilen“ ein und ist darüber hinaus eine profunde Kennerin des Deutschen Ordens und seiner Geschichte.

Umrahmt wurde der Abend durch den Deutschmeister-Spielmannszug.

Am Sonntag wurde der St. Georgstag mit der traditionellen Hubertusmesse in der Wandelhalle fortgesetzt. Als Zelebranten der Messe wurde der frühere Mergentheimer Dekan, Feldkurat Pater Günther Appold gewonnen. Die Hubertusmesse wird in bewährter Weise von den Parforcehornbläsern der Kreisjägervereinigung intoniert und stellt in Zusammenarbeit der Deutschorden-Compagnie, der Münstergemeinde St. Johannes, der Kreisjägervereinigung und der Kurverwaltung jedes Jahr aufs Neue einen besonderen Höhepunkt des St. Georgstages dar.

Nach dem Ehrensalut durch die Schützengilde Königshofen zogen die Uniformierten in den Äußeren Schlosshof, wo das obligatorische gemeinsamene Mittagessen, Schnitzel mit Tunke, eingenommen wurde. Mit dem Schießen am Schießwasen an der Wolfgangsbrücke wurde das offizielle Programm fortgesetzt.

 

Danach führte der Zug durch die Innenstadt in den Schlosshof, wo sich die Vorstellung der Gruppen, das Abschreiten der Front und der Salut der anwesenden Garden und Wehren mit Gewehren, Böller und Kanone angeschlossen hat.