Fallschirmspringen mit den Hoch- und Deutschmeistern

2017 fand unser Springen im Juni in Tschechien mit dem Paraclub PILSEN statt

Unser Verein veranstaltet seit 2010 gemeinsam mit dem "Militärischen Fallschirmspringerverband Ostarrichi" die Springen an verschiedenen Orten in Europa.

 

 

Die Details:

 

Veranstalter:             Militär Fallschirmspringer Verbund Ostarrichi

Ort:                             Pilsen in Tschechien

Allg. Infos:                  www.milf-o.at

Ausbildung:               Rundkappen-Ausbildung erfolgt mit Original OVP-68-Schirmen

 

  • Drei Sprünge mit Militär-Rundkappenschirm OVP-68 nach bestandener theoretischer Ausbildung.
  • Tschechisches Original Diplom mit Metallabzeichen
  • Verleihung des MILF-O Sprungabzeichen in Metall und Stoff
  • Kosten ca. EUR 270,-(Sonderangebot!) + Übernachtung (Pension Vion, EUR 25,- pro Nacht)
  • Übernachtung auch beim Paraclub Pilsen möglich (Feldbetten, EUR 5,- pro Nacht)
  • Ein sprungärztliches Attest aus Österreich wird anerkannt und muss daher nicht extra vor Ort gemacht (aber mitgebracht!) werden.
  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften wird empfohlen
  • Fahrtzeit beträgt ca. 5 Stunden (dafür nur auf der Autobahn)
  • Anreise ist auch schon am Donnerstag, dem 08.06.2017, möglich

Sicherheit:

  • Erfahrener Vertreter von MILF-O immer dabei
  • Sprünge mit Rundkappe (kann nicht zusammenfallen)
  • Absprunghöhe 700-1000 Meter (Sicherheitsgrenze 450 Meter)
  • Schirm ist dreh- und lenkbar
  • Schirm öffnet automatisch beim Absprung
  • Notfallschirm war noch nie notwendig
  • Falls doch, Notfallschirm hat seit dem Weltkrieg noch nie versagt
  • Bisher noch keine schweren Verletzungen bei MILF-O (kein Arzt notwendig)
  • Es wird nur bei gutem Wetter und Tageslicht gesprungen
  • große Landezone ohne Hindernisse
  • SanKW vor Ort
  • Unfallversorgung in der Kreisklinik Pilsen
  • E-Card deckt Behandlungskosten

 

Ausrüstung:

 

  • Fallschirm und Sprunghelm von tschechischer Armee
  • Springen mit Feldschuhe schwer ! Keine Segeltuchschuhe !
  • Dickes Klebeband zum Abdecken der Ösen der Feld-/Wanderschuhe mitnehmen
  • Auf jeden Fall lange Ärmel
  • Keine militärische Bekleidung !

 

Für Zivilisten:  schwere Bergschuhe und strapazfähige Kleidung

 

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Mitglied beim MILF-O (€ 70,- Einschreibgebühr, dann € 25,-/Jahr)
  • Maximal 105 Kg (Ausnahmen möglich)
  • Höchstalter 55 Jahre (Ausnahmen möglich)
  • Sportliche Konstitution
  • Keine Wirbelsäulen- oder Beinverletzungen
  • Keine militärische Vorbildung notwendig 

Keine militärische Vorbildung notwendig

ca. Kosten:

  • Einschreibgebühr MILF-O                          €70,00
  • Jahresbeitrag MILF-O (ab 2018)              €25,00
  • Erstspringerausbildung + 3 Sprünge        €270,00
  • 2 Übernachtungen                                       €50,00
  • voraussichtliche Gesamtkosten (ohne Benzin, Essen)  ~ €390,00

Anmeldung:

 

Anmeldungen erfolgen ausschließlich über (andreas.tarbuk@yahoo.de)

Mitgliedschaft MILF-O erforderlich !

Mitgliedschaft Verein der Freunde des JgB W1 freiwillig

Leider nicht SPRUNGEVENT SIOFOK (HU) 2015

Im vergangenen September wollte ich, gemeinsam mit ein paar Kameraden, in

Ungarn aus einem Hubschrauber des Typs MI 8  springen.

 

„Endlich ist es soweit“ dachte ich. Ich organisierte mir vom Traditionsverband

Heereskraftfahrwesen einen Puch G, und die stilgerechte Anreise konnte

beginnen. Nachdem ich mich mit einigen Kameraden und Marion als weibliche

Unterstützung beim neuen Hauptbahnhof getroffen hatte, machten wir uns auf

den Weg. Bereits die Anreise war ziemlich verregnet, und wir hatten schon die

schlimmsten Befürchtungen, dass unser Vorhaben - im wahrsten Sinn des

Wortes - ins Wasser fallen wird.

 

Die gute Laune und die Hoffnung auf besseres Wetter trieben uns weiter, und

wir kamen endlich im Hotel beim Flugplatz an. Nach dem Check-In  begann

sofort unsere Ausbildung mit der theoretischen Einweisung in den

Fallschirmsport. Danach bekamen wir unsere Fallschirme – inklusive Reserve -

und begannen unter Aufsicht des Jumpmasters mit dem Trockentraining. Als

erstes erklärte er uns den Schirm, bevor er uns in einer Regenpause draußen am

Flugfeld über die örtlichen Gegebenheiten informierte.

 

Danach wurde das Training verschärft:

Die Teilnehmer wurden in ein Gurtzeug geschnallt, das an der Decke des Hangars befestigt war. Über dem Boden hängend übten sie so den Absprung sowie verschiedene Notfallszenarien. Obwohl es anstrengend war, waren alle mit Spaß und Eifer bei der Sache. Der Jumpmaster war mit unseren Leistungen  zufrieden und wir durften mit dem Packen der Schirme beginnen.

 

Unter fachkundiger Anleitung wurden die ersten Systeme gepackt,  bevor wir

uns im Hotel mit einem  wohlverdienten Abendessen belohnten.

Frisch gestärkt schrieben wir – immer noch höchst konzentriert - die Prüfungen. 

Währenddessen traf  unsere moralische Unterstützung ein: Die Familie unseres

„alten Vizes“ Richard Knaus schaute vorbei. Nach einem spontanen 

Geburtstagsständchen für die kleine Rebecca ging es wieder los. Müde, aber

voller Tatendrang, fuhren wir zum Hangar und bereiteten die restlichen Schirme

für unseren Sprungtag vor. Inzwischen war es sehr spät geworden, und wir

fielen völlig erschöpft in unsere Betten.

 

Am nächsten Morgen waren wir früh auf den Beinen. Als erstes gab es ein

ausgiebiges Frühstück, bevor wir am Hubschrauber mit unseren Absetzübungen

begannen. Der tschechische Jumpmaster Lukas und der deutsche Absetzer

Manni  arbeiteten sehr gut zusammen und brachten uns alles in nicht enden

wollendem Drill bei.

 

Inzwischen machte der Regen Pause, und in uns erwachte wieder die Hoffnung,

nach den endlosen Lande- und Fallübungen doch noch aus dem Heli springen zu

können. Obwohl wir bei den anstrengenden Übungen im nassen Gras viel Spaß

hatten, war uns schnell klar,  das der nächste Regenschauer nicht lange auf sich

warten lassen würde. An einen realen Sprung war an diesem Wochenende nicht

mehr zu denken. Etwas enttäuscht nahmen wir diese Tatsache zur Kenntnis.

 

Zum Abschluß wurde Rebeccas  Geburtstagstorte geköpft. Trotz der fehlenden

Sprünge war die Zeit nicht vergeudet.  Mit vielen neuen und einigen bleibenden

Eindrücken machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause.

 

Ein Bericht von Stabswachtmeister Peter KLAUSNER

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Ein kameradschaftliches Dankeschön an Peter KLAUSNER für die Organisation

Sprungevent in Hořovice 2014

Ich hatte die große Ehre den heurigen Sprungtermin für die Kameraden des JgB W1 „Hoch- und Deutschmeister“ zu organisieren. Von 20. bis 22.06. sollte der Event steigen. 13 Kameraden und ich konnten es kaum mehr erwarten. Eigentlich hatte alles sehr gut geklappt, bis ca. 1 ½ Wochen vorher die schlechte Nachricht aus Magdeburg kam. Das Flugzeug stand wegen eines Defekts seit Ostern am Boden und an einen Flug im Juni war wegen eines fehlenden Ersatzteiles nicht zu denken.

 

In mir stieg der Ärger hoch, weil ich so spät darüber informiert wurde. Mir blieb nichts anderes übrig als sofort alle Kameraden darüber in Kenntnis zu setzen. Gleichzeitig nahm ich sofort zum MILF-O Kontakt auf um einen Ersatztermin bzw. Sprungort zu bekommen, was mir schließlich auch gelungen ist. Schon am Tag darauf bekam ich die Bestätigung, dass wir von 27. bis 29.06. nach Pilsen fahren können. Von den 14 angemeldeten Leuten blieben im Endeffekt leider nur sechs übrig.

 

Nach einer gemütlichen stressfreien Fahrt sind wir in der Pension in Pilsen angekommen. Anstatt nach dem Mittagessen Siesta zu halten ging es erst mal zur tschechischen Ärztin wegen dem Sprungtauglichkeitsattest. Endlich hatten wir diese Formalität hinter uns gebracht und wir konnten mit der theoretischen Ausbildung bei unserem Jumpmaster Petr Blahout beginnen. Die Burschen waren alle sehr ehrgeizig bei der Sache. Bei den Sprung- und Abrollübungen sind einige fast an ihre physischen Grenzen gestoßen. Endlich durften wir uns mit einer Pizza vom Lieferdienst stärken bevor der Test über das vermittelte Wissen geschrieben wurde. Schlussendlich konnten wir in unsere Pension zurückfahren und übermüdet in unsere Betten fallen.

 

Der erste Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen war nicht wirklich vielversprechend. Ich hatte ernsthaft die Befürchtung, dass das Springen im wahrsten Sinn des Wortes wegen des Regens ins Wasser fallen würde. Endlich wurden wir von unserem Jumpmaster abgeholt und wir fuhren nach Hořovice. Dort angekommen dauerte es nicht mehr lange bis sich eine gute alte AN2 auf der Rollbahn niederließ. Petr Blahout richtete mit seiner ganzen Routine und in aller Ruhe die guten alten OVP68/76A Schirme (Freifallbremsen) und die Notsysteme her.

 

Nach der Einweisung am Flieger wurden uns die Schirme angelegt und wir stiegen zu unserem ersten Sprung des Tages in den Himmel. Bei einer Windstärke von 4-5m/s wagten wir den Absprung aus rund 700m. Eine gefühlte Ewigkeit später (real ca. 2-3 Min.) waren wir wieder am Boden. Der Adrenalinkick, der meinen Kameraden einschoss, war echt gewaltig und mit nichts zu vergleichen. Es folgten noch zwei weitere Sprünge bevor wir uns in der Pension frischmachen konnten und bei Petr die verdienten Sprungurkunden und Abzeichen verliehen wurden. Nicht zu vergessen die traditionelle Springertaufe, welche ich mit voller Energie bei jedem einzelnen vollzogen habe.

 

Am Abend gingen wir mit unserem Sprungkoordinator für Deutschland und Tschechien Paul-Georg Meyer, welcher uns in gewohnt hervorragender Art und Weise über das Wochenende betreut hatte, noch ausgezeichnet Essen. Erschöpft, aber glücklich über die gewonnenen Eindrücke von diesem tollen Erlebnis, fielen alle in die Betten und ließen den Tag noch einmal Revue passieren.

 

Nach dem Frühstück am Sonntag traten wir wieder die Heimreise an um unseren Lieben zu Hause von dem wunderbaren Wochenende zu erzählen.

 

 

Ein Bericht von Peter KLAUSNER, StWm


Fallschirmspringen in Magdeburg 2014

Ein Bericht von Peter Klausner:

Am Freitag, dem 04.04.2014, machten Wachtmeister Martin Janicek und ich uns wieder auf den langen Weg nach Magdeburg, um den Adrenalinkick desVorjahres zu wiederholen. Nach einer unerwartet gemütlichen, stau- und baustellenfreien Fahrt kamen wir doch einigermaßen entspannt bei MD-SKYDIVE am Flugfeld in Magdeburg an. Nach dem Beziehen des Zimmers absolvierten wir noch den üblichen Sicherheitscheck, um sicherzustellen, das wir von der Ausbildung des Vorjahres nichts vergessen hatten. Der Samstag versprach vom Wetter vorerst nichts Gutes, was sich im Lauf des Tages glücklicher weise noch änderte. Endlich konnten wir unsere Schirme anlegen, und los ging es Richtung Flugzeug. Nach einigen Flugminuten hatten wir die Absetzhöhe von 1500m erreicht und ich durfte nach zwei Freifallspringern endlich den Flieger verlassen. Da ich bisher immer nur mit Rundkappen gesprungen bin, war dieser erste Sprung mit einem Flächenschirm eine neue Herausforderung, welche ich sehr genossen habe. Nach einigen spektakulären Minuten, unter ein paar Quadratmetern Stoff im Gurtzeug hängend, erfolgte leider viel zu früh die Landung. Danach hieß es erstmals, selbst den Schirm für den nächsten Sprung zu packen, was natürlich unter dem strengen Augen unseres Jumpmasters Marco Wolff geschah. H U R R A, danach folgte noch ein Sprung, welchen wir in vollen Zügen genossen. Am Abend waren wir Gäste von Jens Klaudtky (Chef von MDSkydive), der seinen 50er gebührend und ausgiebig mit einer Menge Freunden und Springerkameraden feierte. Sonntags gab es wettermäßig das gleiche Spiel wie am Vortag. Gegen Mittag konnten wir uns endlich auf den dritten Absprung an diesem Wochenende vorbereiten. Glücklich und zufrieden erledigten wir auch diesen unfallfrei. Zum letzten Mal an diesem Wochenende packten wir unsere Schirme, verstauten sie anschließend in den dafür vorgesehenen Taschen und machten uns nach einem schweren Abschied von inzwischen lieb gewonnenen Freunden wieder auf die 700km lange Heimreise. Auch die verlief ohne Zwischenfälle, und wir kamen wohlbehalten und glücklich über das schöne Wochenende wieder zu Hause in Wien an.

Fallschirmspringen 2013 – No Wings Today


Von 21. bis 23. Juni fand auch heuer wieder das vom Militärfallschirmspringer-verbund Ostarrichi organisierte Fallschirmspringen statt.


Wegen der Hochwasserschäden in Tschechien musste für den  bekannten Sprungort Erpuzice bei Pilsen kurzfristig Ersatz gefunden werden, was schnell in Gestalt der Rundkappen Drop Zone Magdeburg erledigt war.

 


Von den ursprünglich 11 angemeldeten Kameraden blieben zum Sprungtermin noch sechs Mann übrig, welche die etwa sieben Stunden dauernde Fahrt in den Osten Deutschlands auf sich nahmen. Die heurigen Teilnehmer waren Olt Claus Triebenbacher, StWm Peter Klausner, Wm Martin Janicek, Wm Thomas Kopeinig, Kpl Alexander Hoffmann und Gfr Raphael Borbely. Nach dem Eintreffen am Flughafen Magdeburg am frühen Vormittag wurde einer Tätigkeit nachgegangen, die zu den Grundfertigkeiten jedes Soldaten gehört und dementsprechend perfektioniert ist: Es wurde gewartet. Der Versuch, im Flughafenrestaurant etwas zu essen zu bekommen, scheiterte dramatisch, da es noch geschlossen war. Unser hyänenhaftes Umschleichen des Restaurants erregte aber die Aufmerksamkeit eines Mannes, der sich uns als Jens und als unser Ausbildungsleiter vorstellte. So kamen wir zumindest einmal zu einer Tasse Kaffee, die nach der langen Anfahrt durchaus willkommen war. Nach dem Kennenlernen weiterer Sprungausbilder – sämtlich ehemalige Fallschirmjäger der NVA oder Bundeswehr – und des Organisators vor Ort, Paul Meyer, war es Zeit für eine kurze Mittagspause. Aus der kurzen Mittagspause wurde eine lange, und das schöne Wetter sorgte dafür, dass sich bereits der erste Sonnenbrand ankündigte.

 

Gegen 1500 Uhr startete die theoretische Ausbildung zur Vermittlung der Grundlagen, um einen Automatiksprung inklusive kontrollierter Landung selbständig durchführen zu können. Nach Erledigung der Anmeldeformalitäten übersiedelte der Kurs ins Freie. Die Ausbildung begann mit einer Einweisung in das Flugplatzgelände, dessen Umland sowie in die guten und die zu vermeidenden  Landeplätze. Im Anschluss daran folgten Aufbau und Funktion des Schirmes sowie der Ablauf vom Absetzen bis zur Landung. Besonderes Augenmerk wurde dabei immer wieder auf die gleichen Punkte gelegt: Die Tätigkeiten direkt nach dem Absetzen, die Funktionsüberprüfung und die Notfallprozedur wurden uns durch ständige Wiederholung regelrecht eingehämmert. Der Wind, der den ganzen Tag beständig geweht hatte, war mittlerweile abgeflaut, was für den folgenden Tag als gutes Omen gedeutet wurde.

 

Der Samstag begann gemütlich gegen 0930 mit dem Ausfassen der Rundkappenschirme des Typs RS9/2, dem Standardschirm der ehemaligen NVA. Dieser ist gegenüber dem tschechischen Typ OVP-68 lenkbar und zeichnet sich durch gute Landbarkeit aus, während die Landung mit dem OVP-68 oft als „kontrollierter Einschlag“ beschrieben wurde. Marco, unser Ausbilder für die Rundkappe, erklärte Aufbau und  Funktion des Schirms und gab uns eine Packeinweisung. Während des Packens wurde es dann ernst – der erste Test war zu schreiben! Na gut, so ernst war es nicht, nach 15 Minuten waren wir fertig und begaben uns wieder zum Hangar. Nach einiger Zeit kam Marco in Begleitung eines älteren Herren wieder, der sich uns kameradschaftlich als „Klaus“ vorstellte und mit uns zu plaudern begann. Wir waren nicht schlecht erstaunt, als wir kurz danach erfuhren, dass es sich bei „Klaus“ um Oberstleutnant a.D. Klaus-Dieter Krug handelte, dem ehemaligen Kommandeur des Luftsturmregiments 40 der NVA. Mit ihm sollten sich im Laufe unseres Aufenthalts noch viele angeregte Unterhaltungen und gemütliche Stunden ergeben.

 

Gegen Mittag kam die erste unangenehme Nachricht: Zu starker Wind, Sprung auf 1500 Uhr verschoben. Der guten Laune tat das noch keinen Abbruch, warteten wir halt mal wieder. Eine gute Gelegenheit, mit anderen Springern zu plaudern. Offensichtlich galt das Motto „Oliv zieht oliv an“, denn fast alle waren ehemalige Fallschirmjäger. Die Sonne nahm zu, die Schattenplätze nahmen ab und die Arme und die teilweise (über)breiten Scheitel der Kameraden wurden röter. Nach einer Weile der nächste Hoffnungsschimmer: Trockentraining für den Ausstieg aus dem Flugzeug, zuerst rustikal auf einem Heurigentisch, danach direkt am Flugzeug. Für uns Rundkappenspringer gab es im Anschluss die praktische Ausbildung im Landefall, der empfohlenen Landetechnik für Rundkappenanfänger. Danach warteten wir wieder weiter und sorgten für allgemeine Verwirrung und verständnislose Gesichter, als wir die Betreiberin des Snackstandes mit dem Satz „Habt’s ihr ein Semmerl mit irgendeinem Würscht’l drin“ völlig verwirrten. Nach einigen Erklärungen einigte man sich und wir bekamen ein „Brötchen mit Bockwurst“.

 

Die früheste Sprungzeit wurde wegen des Windes zuerst auf 1700 Uhr und schließlich auf 1900 Uhr revidiert. Als um 1900 Uhr klar war, dass kein Sprung mehr möglich war, machten sich erste Enttäuschung, aber auch Hoffnung für den kommenden Tag breit, immerhin waren wir für den ersten Flug eingetragen, denn „normalerweise“ herrscht auf dem Platz am Abend und in der Früh Flaute. Das Grillgelage an diesem Abend ließ den Frust schlussendlich in den Hintergrund treten.

 

Sonntag. Der erste Blick aus dem Fenster verhieß Gutes. Es war zwar stark bewölkt, aber die Bäume bewegten sich kaum. Also raus aus den Betten und ab zum Frühstück auf die benachbarte Tankstelle. Bei der Rückkehr zum Platz hielt sich der Wind zwar im Rahmen, die erhoffte Flaute blieb leider aus. Mit der Zeit erwachte der Platz langsam zum Leben, gegen 0800 hatten sich bereits mehrere Grüppchen gebildet und reger Erfahrungsaustausch wurde betrieben. Kurz vor 0900 wanderten wir zum Hangar und bereiteten uns erneut auf das Anlegen der Schirme vor. Die aufgekrempelten Ärmel wurden wieder verlängert  und die Haken der Stiefel akribisch abgeklebt. Die Motivation währte nur kurz, denn Jens kam zu uns und überbrachte die schlechte Nachricht. Durchschnittliche Windstärke 10 m/s, Spitzen bis 15 m/s, Scherwinde über dem Boden, keine Besserung in Sicht. Kein Sprungwetter, schon gar nicht für Rundkappen, und überhaupt nicht Schüler. Sicherheit geht vor Übungszweck.

 

Damit war klar, wir würden von diesem Wochenende  ohne Sprung heimfahren. Die Enttäuschung war groß, aber nicht so groß wie befürchtet, immerhin hatten wir den Theorieteil für die Automatiklizenz positiv absolviert. Die Professionalität des gesamten Teams sowie die geknüpften Kontakte machen es uns leicht, so bald wie möglich den Weg noch einmal auf uns zu nehmen, um unsere Sprünge zu machen und damit auch den praktischen Teil der Ausbildung zu absolvieren. Ein Ersatztermin ist bereits in Arbeit.


Exit!

Nach dem ersten, wetterbedingt sprunglosen Wochenende konnte als Ersatztermin das Wochenende von 21.-22. September fixiert werden.

 

Nach der 9-stündigen Anreise nach Magdeburg war die Spannung am Samstag Morgen groß. Der erste Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes – Wind und Wolken. Nach einem Frühstück bei der benachbarten Tankstelle und einem Vormittag des Wartens sah es dann nach Mittag so aus, als könnte es etwas werden, und wir wiederholten die Handgriffe im Flugzeug, während des Sprunges und nach der Landung. Schließlich legten wir die Schirme an, und kurz nach 1400 Uhr war es dann so weit: Wir wurden zum Boarding aufgerufen.

 

Die Maschine, eine Antonow 28 mit Heckausstieg, rollte zur Startbahn, Kerosingeruch füllte das Flugzeug, wir hoben ab und die Heckklappe ging während des Steigfluges langsam zu. Nach ein paar Minuten stand unser Jumpmaster (er gibt das Kommando zum Ausstieg und regelt den Absprung) auf,  hängte unsere Aufziehleinen am Seil ein und stellte sich neben die Luke. So langsam, wie sie sich vorher geschlossen hatte, ging sie wieder auf und gab den Blick auf die 800m weiter unten liegende Landschaft frei.

 

Der Jumpmaster gab das Kommando zum Aufstehen, und der erste stellte sich an die Luke. Nach einem letzten prüfenden Blick nach draußen rief er laut „Exit!“, und der Springer hechtete in das Loch im Boden. Zwei Sekunden später der zweite, wieder zwei Sekunden später der dritte, und dann stand ich am Ausstieg. Beim „Go!“ verließ ich die Maschine, und was dann kam, war völliger Orientierungsverlust. Der Himmel war mal da, mal dort, dann wieder irgendwie schräg, und nach gefühlten 30 Sekunden freiem Rumgewirble ( „Fall“ wäre hier völlig unpassend) fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, zu zählen (man beginnt beim Ausstieg 1000 – 2000 – 3000 – 4000 – 5000 zu zählen, dann sollte sich der Schirm geöffnet haben). Als ich damit gerade beginnen wollte, gab es einen sanften Ruck, der Schirm war offen, und ich segelte – reale 5 Sekunden nach dem Ausstieg - sanft Richtung Boden. Dann war alles easy-cheesy, und ich hatte endlich Zeit, das gelernte umzusetzen: Kappenkontrolle, Schauen, wo die anderen sind, nochmal ein Blick nach oben, schauen, wo ich hin muss, Vorschub einhängen und mich mit dem Schirm vertraut machen. Nach links steuern, nach rechts steuern, und sobald ich über dem Platz war den Schirm gegen den Wind stellen und eigentlich nur mehr auf die Landung warten. Die war - RS9/2-a sei Dank - überraschend sanft.

Am Platz war mittlerweile mehr los, denn für den Abend war ein Sprung ehemaliger Fallschirmjäger auf das Flugfeld ihrer Ausbildungsstätte geplant. Unsere Hoffnung auf einen zweiten Sprung war bald zerstreut, denn die Vorbereitungen für dieses „Veteranen“event waren in vollem Gange und alle Schirme wurden benötigt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und so machten wir uns auf den Weg in das rund 40km entfernte Burg, um dem „Sturm auf UNTERPUTZ“ – so die ehemalige Tarnbezeichnung  der Fallschirmjäger-Ausbildungsbasis 40 – beizuwohnen.

Gegen 1815 näherte sich die Antonow, aus der wir am Nachmittag gepurzelt waren, dem Platz, und fast genau über uns verließ der erste Springer die Maschine. Dann noch einer, und noch einer, und nach kurzer Zeit schweben 13 Schirme im schönsten  Abendrot  zu Boden. Nach der Landung – 12 am Flugfeld, einer im Baum - versorgte jeder seine Ausrüstung und überall wurde geplaudert und gelacht. Das Abendrot wurde immer intensiver, und als kurz vor Einbruch der Dunkelheit auch noch Bodennebel aufkam und die ganze Szenerie in orange-pinkes Licht getaucht wurde, war der Abend perfekt. Die Stimmung wurde während der anschließenden Grillerei noch besser und hielt sich bis in die Nacht. In diesem fröhlichen Rahmen wurden uns dann auch unsere Sprungabzeichen verliehen, was uns besonders viel Freude machte.

Nach dem obligaten Tankstellenfrühstück Sonntag früh harrten wir unseres zweiten Sprunges. Das Wetter war gut, aber es machte sich auffrischender Wind bemerkbar, weshalb wir bereits gegen 1030 in der Maschine waren, um zumindest noch einen Sprung zu bekommen. Wegen des Windes wurde beurteilt, dass wir über einem nahen Maisfeld abgesetzt und mit dem Wind in Richtung Platz fliegen würden.

Das Einhängen der Leinen erfolgte diesmal noch früher, denn die Absetzhöhe war– wegen des Windes – 600m. Ein „Go!“ und einen kameradschaftlichen Klaps auf die Schulter später war ich wieder unterwegs nach unten. Der freie Fall dauerte jetzt die wirklichen 5 Sekunden, ich schaffte es sogar, zu zählen, der Schirm ploppte auf und alles war gut. Die Landung war dann eher der speziellen Art, der Wind hatte sich geändert und an ein „zum Platz rüberkommen“ war nicht zu denken. Also landeten wir in einer säuberlichen Linie weich auf einem frisch geeggten Feld neben dem Platz. Bevor ich überhaupt aufstehen konnte, fing eine Windböe meinen Schirm und zog mich ein Stück über das Feld. Dann kam ich hoch, konnte den Schirm umlaufen, und die Gefahr war gebannt. Zurück in der Halle machten wir uns wieder daran, die Schirme zu packen und zu warten. Der Wind hatte weiter  zugelegt, und die Chance, einen dritten Sprung zu schaffen, schwand immer mehr. Am frühen Nachmittag stand endgültig fest, dass unser Sprungwochenende vorbei war. Wir verabschiedeten uns von allen und machten uns daran, die 700km nach Hause wieder abzuspulen. Müde, aber stolz, kamen wir kurz vor Mitternacht wieder wohlbehalten daheim an.

 Text: Olt Claus Triebenbacher

Fotos: Olt Claus Triebenbacher, StWm Peter Klausner, Eva Marusáková

Bereits zum dritten Mal organisierte unser Verein 2012 gemeinsam mit dem "Militärischen Fallschirmspringerverband Ostarrichi" ein Springen in Pilsen/Tschechien.

Es ist schwer, das Besondere am Fallschirmspringen denjenigen zu beschreiben, die noch nie dabei waren, ich versuche es dennoch:

Zuerst hörst Du während der ganzen Theorieausbildung, was alles Schlimmes passieren kann und wie Du dann reagieren musst! Dir wird bewußt, dass in diesem Fall Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben. Gleichzeitig sagt die Statistik, dass in den letzten Jahrzehnten sich der Schirm bei Automatiksprüngen immer geöffnet hat. Also bleibt das größte Risiko, sich bei der Landung zu verletzen, immerhin landet man mit 6m/Sek., das ist wie ein Sprung aus 3 Meter Höhe und dabei viel schwerer abzuschätzen.
Nach dem Landetraining, wo man gefühlte 200 Mal über die Hüfte abrollt und bereits jeden Knochen spürt, glaubt man sich gerüstet...

Am nächsten Tag fährt man auf den Flugplatz. Der erste Anblick der Doppeldecker Propellermaschine, die stinkt wie ein russisches Kohlekraftwerk, lässt kein Wellnessfeeling aufkommen. Das Anlegen der Schirme ist unangenehm, man wird verschnürt wie ein Paket, alles zieht und drückt. Sobald alle fertig sind, steigen wir ins Flugzeug ein, spätestes zu diesem Zeitpunkt will Dein Frühstück auf dem schnellsten Weg Deinen Körper verlassen! Die Maschine startet, schaukelt sich langsam in die Höhe, der Blick aus dem Fenster macht Angst.

Der Absetzer öffnet die Türe, gibt das Zeichen zum Aufstehen, jetzt hast Du Puls 200, Adrenalin ohne Ende, weiche Knie und zitternde Hände. Dann bist Du an der Reihe, Du hast Angst hinauszufallen, wie blöd, denkst Du Dir, ich springe ja sowieso! Der Absetzer klopft Dir auf die Schulter, brüllt GO und Du denkst nur NEIN! Dann packst Du all Deinen Mut zusammen uns machst den Schritt ins Leere, wo der Fahrtwind Dich sofort mit 200 km/h erfasst. Du wirbelst wie eine Puppe in der Luft herum, hast keine Orientierung, irgendwas zieht an Deinem Rucksack und plötzlich ein starker Ruck und Du baumelst am Schirm. Erleichterung durchfließt deinen Körper, alles gut gegangen! Du schaust zu Boden, versuchst Dich zu orientieren, wo ist der Flugplatz, wo die Gebiete, die wir meiden sollen?

Bevor Du es zu sehr genießen kannst, beginnst Du Dich auf die Landung vorzubereiten, von wo kommt der Wind, ich muss mich gegen den Wind drehen, wo sind die anderen, nur nicht zu nahe, mein Ziel ist das Feld neben der Landebahn, denn die ist hart! Jetzt erkennst Du den Boden schon sehr gut, der Herzschlag steigt wieder, Dir fällt alles ein, was sie Dir über mögliche Unfälle beim Landen gesagt haben, also Beine fest zusammenpressen, stark am Schirm ziehen, um den Vortrieb zu reduzieren, da kommt schon der Boden, jetzt ans Abrollen denken, und PAMMM liegst Du auf der Erde, noch bevor Du weißt wie Dir geschieht! Nach kurzen Durchatmen stehst Du auf, Du kannst gehen, nichts gebrochen, Gott sei Dank! Jetzt noch schnell den Schirm einsammeln, sonst zieht Dich der Wind über den Platz. Als Du beginnst den Schirm zu verpacken, erfüllt Dich unglaubliche Erleichterung und Stolz. Und während Du zum Sammelpunkt zurückgehst, denkst Du Dir, oh mein Gott, noch zwei Sprünge.....!

Es ist eine der letzten wirklichen Mutproben, die es in unserer zivilisierten Welt noch gibt. Diejenigen, die es geschafft haben, wissen wozu sie in Extremsituationen fähig sind. Und ich kann Euch im Vertrauen sagen: beim zweiten Mal ist es nur mehr halb so schlimm! ;-))

Und meinen höchsten Respekt an die Kameraden in aller Welt, die das nicht nur zum Üben machen, sondern unter Einsatzbedingungen, bei Nacht, mit Waffe und Ausrüstung, über feindlichem Gebiet und in schwierigen Landezonen! Horridoh!

 

Bericht von Andreas Tarbuk