Das Deutschmeisterdenkmal in Wien

Quelle: Wikepedia

Das Deutschmeister-Denkmal ist ein Denkmal am Deutschmeisterplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Es war das erste große Denkmal der Donaumonarchie, welches nicht einer einzelnen Person, sondern einer Truppeneinheit gewidmet wurde. Möglicherweise war das Deutschmeister-Denkmal 1945 auch Vorbild für das Heldendenkmal der Roten Armee auf dem Schwarzenbergplatz.


Geschichte


Anlässlich des Bestandsjubiläums beschloss der Gemeinderat von Wien die Errichtung eines Denkmals, sah sich aber aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, dieses ohne finanzielle Unterstützung durch die Bevölkerung zu errichten. Selbst stellte die Stadt 20.000 Kronen zur Verfügung. Weiters wurde in der Gemeinderatssitzung vom 10. Juli 1896 der am 26. September 1876 benannte Deutschmeisterplatz zwischen Maria-Theresien-Straße und Schottenring bei der Rossauer Kaserne als Standort für das geplante Denkmal festgelegt.


Die Grundsteinlegung fand am 7. September 1896 in Anwesenheit zahlreicher Prominenter (Ministerpräsident Kasimir Felix Badeni, Statthalter Erich Graf Kielmannsegg, Bürgermeister Josef Strobach und in der Doppelfunktion als Vertreter des Kaiserhauses und als Regimentsinhaber Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen) statt.

1898 mahnte Karl Lueger bei Stadtrat Felix Hraba den Umstand ein, dass sich das unterdessen gegründete und vom Stadtrat geführte Deutschmeister-Schützenkorps mehr um die Errichtung des Deutschmeister-Denkmals und weniger um andere Angelegenheiten kümmern solle.


Nach der Erteilung der behördlichen Bewilligung zur Veranstaltung einer Deutschmeister-Denkmal-Lotterie konstituierte sich am 27. September 1899 der Deutschmeister-Schützenrat als Deutschmeister-Denkmalkomitee. Auf Bitten dieses Komitees geruhte Erzherzog Eugen am 9. Oktober 1899 mitteilen zu lassen, dass er dem Ersuchen nach Übernahme des Ehrenschutzes folge leisten würde.


Nachdem ab Februar 1900 Plakate auf diese Lotterie mit der Ziehung am 4. Oktober des Jahres - Namenstag von Kaiser Franz Joseph I. - hinwiesen, beschränkte sich der Schützenrat zunächst wieder auf seine Tätigkeiten im Rahmen des Schützenkorps.

Umstritten war in weiterer Folge die Frage, ob ein Wettbewerb über die Gestaltung des Denkmals abgehalten werden sollte oder nicht. Nach der Klärung dieses Problems wurde dann doch ein Wettbewerb ausgeschrieben.


Am 11. Februar 1903 wurden die Gewinner des Wettbewerbs ermittelt. Der erste Preis wurde vom Preisgericht Hans Bitterlich zugestanden, der zweite Wilhelm Seib und der dritte an Artur Straßer und Rudolf Dick, die gemeinsam angetreten waren.


Bei der Sitzung des Denkmalkomitees am 15. Februar 1903 mussten die Mitglieder aber feststellen, dass die prämierten Entwürfe nicht ihren Vorstellungen entsprachen. Allerdings fanden sich unter den abgelehnten Arbeiten mehrere, welche eher nach dem Geschmack der Komitee-Mitglieder waren.


Am 2. März wählte ein engeres Komitee vier Arbeiten aus. Nach einer Ausstellung im Rathaus[2] und weiteren Sitzungen des Denkmalkomitees wurden den Künstlern die Änderungswünsche bekanntgegeben.

In der entscheidenden Sitzung am 19. Oktober 1903 im Wiener Rathaus wurde schließlich der Entwurf Nummer 9 („Mit Gott für Kaiser und Vaterland“) von Johannes Benk zur Realisierung bestimmt. Nach weiteren Gesprächen mit Johannes Benk stand ein Kostenvoranschlag von 192.860 Kronen fest. Die Kosten für die Herstellung des Fundaments waren darin allerdings nicht enthalten. Die feierliche Enthüllung fand schließlich am 29. September 1906 statt.


Während einer Massenversammlung vor dem Deutschmeisterdenkmal wurde am 1. November 1918 die kommunistische „Rote Garde“ durch Korporal Haller, den Journalisten Egon Erwin Kisch und Leo Rothziegel gegründet.


Die während des Zweiten Weltkriegs entstandenen Schäden wurden auf Beschluss des Wiener Gemeinderates 1957 ausgebessert. 1998 wurde das Deutschmeisterdenkmal mit einem Kostenaufwand von mehreren Tausend Euro ein weiteres Mal restauriert und 2006 die Stiegenanlage instand gesetzt.